1030 Wien, Kaisergartengasse 8, Barmherzigengasse 20 und 22
Inmitten einer parkartigen Grünfläche errichtete die Baugenossenschaft „Wien-Süd“ nach Plänen der Architekten Frank + Partner 92 frei finanzierte Eigentumswohnungen in drei sechsgeschossigen villenähnlichen Baukörpern. Es ist nun das vorläufig letzte Kapitel des Kaisergartens aufgeschlagen: die Wohnhäuser an der Barmherzigengasse nehmen den Parkcharakter auf und stellen die letzte Erinnerung an die 300-jährige Geschichte der „Kaisergärten“ dar.
Nach Grundsatzüberlegungen zur Bebauung der Liegenschaft mit wertvollem Baumbestand im Umkreis der Krankenanstalt Rudolfstiftung und der
Höheren Internatsschule des Bundes wurde das Büro Architekten Frank+ Partner beauftragt in Zusammenarbeit mit dem Bauträger ein modernes zu-kunftsweisendes Wohnkonzept unter besonderer Berücksichtigung der
Außenräume zu entwickeln. Nach einem Baubeginn im Juni 2008 wurde die Anlage im Juni 2010 den Eigentümern fertig gestellt übergeben.
Das Wohnressort „Am Kaisergarten“ zeichnet sich durch besondere Qualitäten aus:
Lage
Zunächst ist die hervorragende Lage als Qualitätskriterium anzuführen: ein ruhiger Bezirksteil der vitalen Landstraße, in guter Erreichbarkeit mit öffent-lichen und individuellen Verkehrsmitteln, gute Nahversorgung und Gesund-heitseinrichtungen, Auswahlmöglichkeit an öffentlichen und privater Schulen.
Das größte Asset ist aber die Grünlage mit einem schönen Baumbestand so-wohl die eigene Liegenschaft, als auch die benachbarten Freiflächen der
Höheren Schulen mit einbeziehend.
Baukörper
Wesentliches Gestaltungselement ist die Gliederung in drei
stadtvillenähnliche Baukörper die locker miteinander verbunden sind, aber gestalterisch durch hochwertige Materialauswahl getrennt wirken und die Baumasse gliedern. Gliederungselemente im Detail sind die verglasten Ein-gangsbereiche und Stiegenhäuser, die materialmäßige Betonung der zweige-schossigen Sockelzone und die farbliche Differenzierung der Dachzone.
Erschließung
Die Erschließung erfolgt über drei innenliegende, verglaste Stiegenhäuser und in Edelstahl und Glas aufgelöste Panoramalifte. Jedem dieser drei
Erschließungskerne die in die beiden Garagengeschoße durchgebunden sind, sind im Eingangsbereich der Erdgeschosse die getrennten Kinderwagen- und Fahrradabstellräume zugeordnet.
Besonderes Augenmerk wurde auf die Gestaltung und Materialwahl der halb-öffentlichen Bereiche wie Eingangszone, Briefkastenanlagen sowie der
Stiegen und Lifte gelegt, wo Glas, Stein und Edelstahl dominieren.
Wohnungsgrundrisse
Eine weitere Qualität stellen die optimal den individuellen Bedürfnissen
angepassten Wohnungsgrundrisse dar. Jeder Wohnung sind großzügig be-messene Freibereiche wie Loggia, Terrasse oder Eigengarten so zugeordnet, dass eine größtmögliche Privatsphäre gewährleistet wird. Jeder dieser Freibe-reiche ist mit einer Wasserentnahmestelle ausgestattet. Die Wohnungsgrößen der 2-, 3- und 4- Zimmer Wohnungen bewegen sich zwischen 66m2 und 130m2.
Ausstattung
Der Ausstattungsstandard entspricht hohen Qualitätsansprüchen: großfor-matige Steinplatten in Erschließungsflächen, Nurglasgeländer, transparente Panoramaaufzüge, natürliche Belichtung der Stiegen und Gänge und der
Einsatz hochwertiger Leuchtmittel.
Die gesamte Anlage entspricht dem Niedrigenergiestandard, die Heizung und die Warmwasseraufbereitung erfolgen mittels Fernwärme. In allen Räu-men der Wohnungen wurde eine energiesparende Niedrigtemperatur-Flächenheizung, also eine Fußbodenheizung, ausgeführt.
Um eine sommerliche Überhitzung der Wohnungen zu verhindern wurden sämtliche Fenster mit elektrisch bedienbaren Außenjalousien ausgestattet. Eine Rohinstallation für einen nachträglichen Einbau von Klimageräten wurde vorgesehen.
Freiraum
Dem Charakter und die Qualitätsansprüche eines „Kaisergarten“ entsprechen in der großzügigen Einbeziehung und Ausgestaltung des 3.550m² großen Freiraums, die durch die Lage aller Gebäudeteile im Grünraum – im
ehemaligen Kaisergarten - definiert ist. Die mit hohem Aufwand professionell gestalteten Freiräume (Knollconsult ZT Gmbh) wurden unter schonender Ein-beziehung des mächtigen Baumbestandes differenziert ausgestaltet und 43 hochqualitative Bäume neu gepflanzt. Als Gestaltungselemente wurde auf ei-ne Differenzierung der Eingänge (geometrische Formen, großformatige Steinplatten und sparsame Bepflanzung mit „asiatischem“ Touch) und der subtileren Wegeführung im Parkbereich mit kleinformatigen, hochwertigen Betonsteinen, Unterpflanzung des Baumbestands, hochwertige Effektbe-leuchtung der Bäume und der Wege (Pollerleuchten) hoher Wert gelegt.
Die Kinderspielbereiche und Sitzplätze sind mit farbig gestalteten Belägen und Betonsockeln mit Holz-Sitzauflagen akzentuiert und von der Privatsphä-re der Mietergärten abwechselnd mit Spierstrauchhecken und Zaunelementen abgeschirmt.
Der Kaisergarten - Historie
Das Gebiet zwischen der Ungargasse und der Landstraßer Hauptstraße war im 18. Jahrhundert bei den Adeligen sehr beliebt: nachdem bei der zweiten Türkenbelagerung die Vorstädte niedergebrannt wurden, um keine Deckung zu bieten, boten sich nach Abwendung der Türkengefahr die weiten unbe-bauten Flächen für die Anlage von Gartenpalais an.
Nach dem Palais Schwarzenberg der Colloredos und dem Belvedere von Prinz Eugen wetteiferten die Althans und Harrachs mit den damaligen Stararchitekten Fischer von Erlach und Lukas von Hildebrandt um die Wette und legten weitläufige Gartenanlagen an. Während an die Palais an der Ungargasse Gärten nach französischem Geschmack anschlossen, wurden in der Tiefe des heutigen Kaisergarten Küchen- und Obstgärten angelegt (1727 -1735).
Mit dem Verkauf des Harrach’schen Besitzes 1791 an Kaiser Leopold II be-gann der Abstieg der Gartenpalais: bereits ein Jahr später starb Leopold, der Besitz ging an eine Zuckerfabrik und 1804 an Kaiser Franz, der aus den französischen und englischen Anlagen vom Hofgärtner Antoine in streng geometrische Rasenfelder mit Alleen, Glashäusern und mustergültigen Obstgärten anlegen ließ, der unter den Namen „Kaisergarten“ berühmt wurde. Ein großer Teil des Gartens verblieb nach dem Tod Franz’ der „Gartenbaugesellschaft“ (1837).
Nach der ersehnten Geburt eines Kronprinzen (1858) stiftete das Kaiserpaar Franz Josef und Elisabeth ein großes Spital, die Rudolfstiftung, wodurch die Gärten wesentlich dezimiert wurden. Von 1895 -1898 wurde ein weiterer Teil der Kaisergärten durch die Landwehrakademie (Kadettenschule) bebaut und damit die städtebauliche Entwicklung im wesentlichen abgeschlossen, wenn auch in die Landwehrakademie die Bundeserziehungsanstalt und das Rudolfspital einzogen und die alte Rudolfstiftung durch ein Hochhaus (1977) ersetzt wurde.
Es ist nun das vorläufig letzte Kapitel des Kaisergartens aufgeschlagen: die Wohnhäuser an der an der Barmherzigengasse nehmen den Parkcharakter auf und stellen die letzte Erinnerung an die 300-jährige Geschichte der „Kai-sergärten“ dar.
Facts
WOHNEN AM KAISERGARTEN
Kaisergartengasse 8, 1030 Wien
2008-2010
Auftraggeber
WIEN SÜD
Gemeinnützige Bau- u. Wohnungsgenos-senschaft
Nutzfläche Wohnen ca. 8.935 M2
92 freifinanzierte Eigentumswohnungen
‚Kaisergarten’ - ein modernes, zukunftsori-entiertes Wohnkonzept mitten in einer Parkanlage des ehemaligen Kaisergarten im 3. Bezirk in Wien.
Großzügige gärtnerisch gestaltete Grün- und Erholungsflächen integriert im Alt-baumbestand.
Drei gestaffelte Baukörper mit Tiefgarage, Wohnungen bis zu 130 M2, großzügige Terrassen, Loggien und Gärten öffnen sich in die Parkanlage.
HOUSING DEVELOPMENT AT EMPERORS GARDEN
Kaisergartengasse 8, 1030 Wien
2008-2010
Client
WIEN SÜD
Gemeinnützige Bau- u. Wohnungsgenos-senschaft
Net area housing app. 8.935 M2
92 free financed housing
Fotos:
Fotos auf http://www.download3.tischler-pr.at/ zum download
Fotograf, Hr. Ernst Kainerstorfer
Abdruck honorarfrei; bitte um Nennung des Fotografen
Copyright: Architekten Frank und Partner
Sollten Sie darüber hinaus Fotowünsche haben ersuche ich um Information.
Die Fotos sind auch in größerer Auflösung verfügbar (je Foto ca. 10MB)
Die Architekten Frank + Partner ZT GmbH
Innovative Beiträge zur Lösung gestalterischer Aufgaben in Architektur und Städtebau
• Büros: Tech Gate und Tech Gate Tower Vienna Donaucity, Bürogebäude Gras-bergergasse, Bürogebäude Leberstrasse, Bürogebäude E-Zone, Bürogebäude Geiselbergstrasse,
• Büro- und Wohngebäude Schwarzenbergplatz
• Büro- und Labor Medizintechnisches Zentrum Lazarettgasse, Desinfektion der Stadt Wien
• Wohnen: Wohnhausanlage Thayagasse, urbanes Wohnen im Gartenhof, Zentrum Handelskai „Wohnen am Millenium Tower“, Wohnen am Schubertturm, Wohnen am Kaisergarten, Studentenheim Preysinggasse, Wohnen in Generationen – Haus Baumgasse, Wohnbau Kaiserebersdorferstrasse, Wohnbau Himberg, Wohnbau Starkfriedgasse, Dachausbau Salesianergasse, Wohnbau Karree St. Marx, Wohnbau Wilhelmskaserne.
• Dachgeschossausbauten und Althaussanierung: Ankerhaus Mariahilferstraße, Strohgasse/Rechte Bahngasse, Salesianergasse/Strohgasse
• Hotels: Hotel Sacher (Umbau und Dachausbau), Hotel am Hessenplatz, Holiday Inn am Wienerberg, ETAP-Hotel Am Franzosengraben
• Hotels und Büros: Polyfunktionales Zentrum Bratislava, Projekt Gasometerpark
• Industrie: AKG – Forschung und Entwicklungslabor, BMW Nord – Verkaufs- und Werkstättengebäude
• Städtebau: Stadtquartier Bombardiergründe, Flughafen Wien, Donaustadtbrücke Handelskai, multifunktionales Zentrum Brachmühle,
• Sportstätten/Schulen: Kindertagesheim der Stadt Wien, Ferry Dusika Stadion, Universitätscampus Altes AKH
• Kultur/Kirchen: Stadtmuseum Mistelbach, , Restaurierung Otto Wagner Kirche am Steinhof,
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